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Zwei Standorte: eine Website oder zwei?

Sobald ein Betrieb den zweiten Standort eröffnet, kommt die Frage: Bekommt der eine eigene Website? Die Antwort ist fast immer nein — aber aus einem anderen Grund, als die meisten vermuten.

Von Ramon Galíano

Warum zwei Websites verlockend wirken

Das Argument klingt zunächst schlüssig: Jeder Standort bekommt eine eigene Seite, jede optimiert auf ihre eigene Stadt, damit doppelt so viele Suchbegriffe abgedeckt. Zwei Standorte, zwei Chancen.

In der Praxis passiert das Gegenteil. Alles, was eine Domain stark macht — Erwähnungen, Verlinkungen, Bekanntheit, Bewertungen — verteilt sich dann auf zwei halb so starke Auftritte. Statt einer Marke, die zwei Städte bedient, entstehen zwei kleine Marken, die sich gegenseitig nichts geben.

Die eigentliche Aufgabe ist Orientierung, nicht Trennung

Die M Tattoo Lounge arbeitet in Ehingen und Krumbach. Das echte Problem war nie die Suchmaschine — es war der Besucher. Wer auf der Seite landet, muss sofort wissen, für welchen Standort er gerade liest. Öffnungszeiten, Anfahrt und Terminlage unterscheiden sich.

Gelöst haben wir das mit einem Standort-Umschalter direkt im Seitenkopf. Eine Marke, ein Auftritt, aber an jeder Stelle klar, worauf sich die Angabe bezieht. Der Besucher trifft eine Entscheidung, nicht die Technik für ihn.

  • Eine Domain, eine Marke, ein Auftritt
  • Standortwahl sichtbar an der Stelle, an der sie relevant wird
  • Pro Standort ein eigener Google-Unternehmensprofil-Eintrag — dort gehört die Trennung hin, nicht in die Domain
  • Adresse, Öffnungszeiten und Telefon überall identisch zum jeweiligen Profil

Wo die Standorttrennung wirklich hingehört

Lokale Sichtbarkeit entsteht heute weniger über die Domain als über das Google-Unternehmensprofil. Zwei Standorte bedeuten zwei Profile — mit jeweils eigener Adresse, eigenen Öffnungszeiten und eigenen Bewertungen.

Entscheidend ist, dass die Angaben in beiden Profilen exakt mit denen auf der Website übereinstimmen. Weichen sie ab, entstehen für Suchmaschinen und KI-Systeme widersprüchliche Signale, und sie entscheiden selbst, welcher Variante sie glauben. Das ist der Punkt, an dem Standortmarketing tatsächlich scheitert — nicht an der Zahl der Domains.

Aus diesem Projekt stammt die Erfahrung

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